Erfahrungen zum EWärmeG 2008 in BW und deren Auswirkungen

Veröffentlicht von Florian Zeidler am

Zusam­men­fas­sung der Ergeb­nis­se.

Das Minis­te­ri­um für Umwelt, Kli­ma und Energie­wirtschaft hat im Juli 2011 einen Erfahrungs­bericht zum EWär­meG 2008 in BW vor­ge­legt. Die­se vor­läu­fi­ge Aus­wer­tung des alten Wärme­gesetzes basiert zwar aus­schließ­lich auf Modell­rechnungen zur Ver­wen­dung der Erfüllungs­optionen, ist aber nach wie vor die ein­zi­ge Quel­le zu den Aus­wir­kun­gen des Erneu­er­ba­re-Wär­me-Gesetz 2008. Um einen Ein­druck der bis­he­ri­gen Bilanz des Wärme­gesetzes zu bekom­men, lohnt sich also ein genaue­rer Blick dar­auf.

Die beliebtesten Erfüllungsoptionen

Das alte EWär­meG 2008 in Baden-Würt­te­m­berg wird seit dem 1. Janu­ar 2010 im Wohn­gebäude­bestand ange­wen­det. Ausschlag­gebend dafür, ob Haus­besitzer das Wärme­gesetz nach einem Heizungs­tausch erfül­len müs­sen, ist die tech­ni­sche, bau­li­che oder recht­li­che Realisier­barkeit der Solar­thermie. D. h. wenn eine solar­ther­mi­sche Anla­ge aus tech­ni­schen (z. B. Ver­schat­tung), recht­li­chen (z. B. Denk­mal­schutz) oder bau­li­chen (z. B. zu wenig geeig­ne­te Dach­flä­che) Grün­den nicht instal­liert wer­den kann, müs­sen auch kei­ne ande­ren Erfüllungs­optionen umge­setzt wer­den.

Die­se Funk­ti­on von Solar­ther­mie als Anker­tech­no­lo­gie ist dadurch begrün­det, dass sie nach­hal­tig ist, flä­chen­de­ckend zur Ver­fü­gung steht und die gefor­der­ten 10 % des Wär­me­be­darfs von Gebäu­den genau decken kann. Damit ist Solar­thermie ein sinn­vol­les Kor­rek­tiv, um eine Über­erfüllung und damit höhe­re Inves­ti­tio­nen aus­zuschließen. Gleich­zeitig erklärt die Funk­ti­on als Anker­tech­nologie, dass Solar­thermie mit knapp 42 % die mit Abstand häu­figs­te gewähl­te Erfüllungs­option ist. Bio­gas steht an 2ter Stel­le der gewähl­ten Erfül­lungs­op­tio­nen, es wird in 12 % der Fäl­le gewählt. Dar­auf­hin fol­gen Einzel­feuerungs­anlagen wie Holz­öfen und ‑kami­ne mit 11 % und Holz-Zen­tral­hei­zun­gen mit 6 %.

Die CO2-Einsparung in BW per Wärmegesetz

Wie viel CO2-Emis­sio­nen ein­ge­spart wer­den, ist bis­her nur über eine Modell­rechnung zu erhe­ben. Die­se basiert auf der Anzahl von Heizungs­erneuerungen im Zeit­raum Anfang Janu­ar bis Ende Juli 2010 (15.000 ohne Eta­gen­hei­zun­gen), hoch­gerechnet auf das gesam­te Jahr 2010, sowie auf den erfass­ten Anga­ben über getrof­fe­ne Maß­nah­men. Danach spa­ren die im Wohnungs­bestand per Gesetz getrof­fe­nen Maß­nahmen über 26.800 t CO2-Emis­sio­nen ein. Damit wer­den rund 16 % der aus den Alt­hei­zun­gen geschätz­ten Gesamt­emissionen der pri­va­ten Haus­hal­te ein­ge­spart.

Fazit: Verschärfung des Erneuerbare-Wärme-Gesetz

Der Erfahrungs­bericht zeigt, dass ein Wärme­gesetz für Gebäude­eigentümer umsetz­bar und prak­ti­ka­bel ist ohne eine signi­fi­kant hohe Anzahl an Aus­nah­men und Här­te­fäl­len. Die Erfah­rungen zum Erneu­er­ba­re-Wär­me-Gesetz 2008 haben als Basis dazu geführt, dass die Erfül­lungs­op­tio­nen im neu­en EWär­meG 2015 opti­miert wor­den sind – bspw. durch die Mög­lich­keit der Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner Optio­nen. Gleich­zeitig wur­de das Wärme­gesetz ver­schärft: zum einen hin­sicht­lich des Pflicht­anteils von Erneuer­baren Ener­gi­en zur Deckung des Wärme­energie­bedarfs (jetzt 15 %) und zum ande­ren auf den Ein­be­zug von Nicht-Wohn­ge­bäu­den. Das Gesetz för­dert die Ent­wick­lung der Heiz­tech­nik mit Erneuer­baren Ener­gi­en und somit den Aus­bau des rege­ne­ra­ti­ven Wär­me­mark­tes und schafft gleich­zei­tig eine höhe­re Akzep­tanz durch die Vorbild­rolle öffent­li­cher Nicht-Wohn­ge­bäu­de.

Weiterführende Links

Erfah­rungs­be­richt als PDF
Geset­zes­text 2008

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