Heizen mit Fernwärme

Fernwärme im EWärmeG

Ein immer popu­lärer wer­den­der Trend­begriff in der Unter­nehmens­sprache ist „Out­sourcing“ – sprich, das Bezie­hen von exter­nen Leis­tun­gen zum Ein­sparen von inter­nen Res­sour­cen und Kapi­tal. War­um es den gro­ßen Fir­men nicht ein­fach mal nach­machen? Durch den Bezug von Fern­wärme out­sourcen Sie ein­fach die Pro­duk­ti­on von Heiz­energie im eige­nen Zuhau­se – und das dann bit­te klima­freundlich! Tech­nik zur Fern­wär­me …

Fernwärme aus Erneuerbaren Energien

Fern­wärme, die sich dem Prin­zip der Kraft-Wär­me-Kop­p­­lung bedient und Ener­gie, die in gro­ßen Kraft­werken sonst ver­lo­ren gehen wür­de, nutzt, um Wär­me zu erzeu­gen, gilt gene­rell als klima­freundlich. Oft wird den­noch als Nach­teil die­ser Fern­wärme ange­ge­ben, dass die betrie­be­ne Kraft-Wär­me-Kop­p­­lung auf Basis fos­si­ler Brenn­stoffe funk­tio­niert. Baden-Würt­te­m­berg kommt sei­ner Vorbild­funktion in Sachen Klima­schutz nach und setzt zuneh­mend auf Erneuer­bare Ener­gi­en bei der Erzeu­gung von Fern­wärme. 2015 wur­de hier­bei bereits 24,5 % der Fern­wärme aus Erneuer­baren Ener­gi­en gewon­nen. Das ent­spricht knapp über 3.200 Mio. kWh. Das passt auch zum lan­des­ei­ge­nen Wärme­gesetz EWär­meG. Schließ­lich müs­sen Betrof­fe­ne zur voll­ständigen Erfül­lung der Richt­linien die Ener­gie aus einem Wär­me­netz bezie­hen, dass mit 15 % Erneu­er­ba­ren Ener­gi­en, 50 % KWK oder 50 % Abwär­me betrie­ben wird. Daten und Fak­ten zur Fern­wär­me in BaWü …

Das ist ein guter Grund, um in die­sem Bundes­land auf Fern­wärme um­zu­satteln. Aber was genau spricht denn noch dafür? Und was spricht eigent­lich dage­gen?

Vorteile beim Bezug von Fernwärme

  • Sie haben end­lich wie­der Platz im Kel­ler: Schluss mit einer gro­ßen Zentral­heizung im Kel­ler. Die benö­tig­te Übergabe­station mit inte­grier­tem Wärme­mengen­messer ist rela­tiv klein und raubt Ihnen kaum Platz.
  • Läs­ti­ge War­tungs­ar­bei­ten ade: Brenn­stoffe wer­den nun nicht mehr in Ihrem eig­nen Zuhau­se ver­brannt. Kein Ruß, kein Rauch, kei­ne Gerü­che und vor allem kein Schorn­stein oder Heiz­kessel. Dem­nach ent­fallen auch Wartungs­kosten für den Kes­sel und der sonst übli­che Besuch des Schorn­stein­fegers.
  • Wo bekom­me ich die Brenn­stof­fe her? Die­se Fra­ge haben Sie sich mit Fern­wärme zum letz­ten Mal gestellt. Die Wär­me kommt fer­tig zu Ihnen nach Hau­se. Sie müs­sen flüs­si­ge oder fes­te Bio­masse wie Öl oder Holz gar nicht mehr besor­gen, geschwei­ge denn lagern. Alles kommt frei Haus!
  • Ent­span­nen und zurück­leh­nen: Die Tem­pe­rie­rung Ihrer Räu­me ist so ein­fach wie mit einer her­kömm­lichen Gas­heizung. Ein­fach Hei­zung auf­dre­hen und wohl­fühlen. Die War­tung wird dar­über hin­aus zen­tral über den Fern­wärme­lieferanten geför­dert.

Den­noch ist nicht immer alles Gold was glänzt. Auch bei der Fer­nwärme gibt es eini­ge Din­ge zu beach­ten.

Nachteile beim Bezug von Fernwärme

  • Das Pro­blem des Zugangs: Nicht über­all kann man sich ein­fach so dazu ent­schließen, Fern­wärme zu nut­zen. Voraus­setzung ist, dass der Fern­wärme­anschluss bei einem Zu­hause über­haupt mög­lich ist. Das be­deutet: Auch wenn man­cher viel­leicht ger­ne einen sol­chen Anschluss hät­te – es geht nicht, denn das nächs­te Fern­wär­me­­netz-Sys­tem ist viel zu weit ent­fernt.
  • Der Preis ist heiß: Lei­der gibt es bei Fern­wärme oft immer nur einen Hahn im Hühner­stall – Vieler­orts ist ein An­bieter für das Netz ver­ant­wort­lich und bestimmt den Preis. Dadurch, dass es kei­ne Kon­kur­renz gibt, die die Prei­se drückt, kann der An­bieter sei­ne Prei­se also be­liebig wäh­len. Haben sie doch die Qual der Wahl und kön­nen zwi­schen meh­re­ren Fern­wärme­netz­be­treibern wäh­len, soll­ten sie die­se gut ver­gleichen. Ein ein­facher und kurz­fristiger Anbie­ter­wech­sel wie bei Gas­heizungen ist nach einem An­schluss nicht mög­lich – es herrscht Lang­zeit­bindung. Ein Preis­ver­gleich mit alter­na­ti­ven Wär­me­er­zeu­gern ist somit sinn­voll.
  • Effi­zi­enz­ver­lus­te: Gas­heizungen pro­du­zie­ren die Wär­me genau da, wo sie auch benö­tigt wird – in Ihrem Zu­hause. Dem­nach errei­chen sie auch einen recht hohen Wirkungs­grad. Sprich, es wird ein Groß­teil der pro­du­zierten Wär­me auch ver­wendet. Durch lan­ge Liefer­wege ist das bei der Fern­wärme etwas anders. Wäh­rend des Trans­portes geht viel Ener­gie ver­lo­ren, wodurch der Wirkungs­grad klei­ner aus­fällt. Der Bezug von Fern­wärme geht also immer mit Effizienz­verlusten ein­her.

Es wird deut­lich, dass der An­schluss an ein Fern­wärme­netz nicht nur Vor‑, son­dern auch eini­ge Nach­teile birgt. Eine genaue und früh­zeitige Aus­einander­setzung mit dem The­ma ist des­halb unbe­dingt zu emp­feh­len. Trotz­dem ist der An­schluss an ein sol­ches Netz eine sehr interes­sante Erfüllungs­option im EWär­meG – vor allem natür­lich auch durch die vorbil­dhafte Hal­tung Baden-Würt­te­m­bergs in Bezug auf den Ein­satz Erneuer­barer Ener­gi­en zur Fern­wärme­gewinnung.


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