Wärmegesetze sollen im Gebäudeenergiegesetz vereint werden

Veröffentlicht von Svenja Vogel am

Erfah­ren Sie mehr über die Wär­me­ge­set­ze in Deutsch­land.

Wie­so muss es auch in Sachen Klima­schutz in Deutsch­land immer so furcht­bar kom­pli­ziert sein? Um die poli­tisch gesetz­ten Klima­ziele zu errei­chen, wur­den bereits meh­re­re Kli­ma- bzw. Wärme­gesetze und Richt­linien ins Leben geru­fen: Das Energie­einspar­gesetz (EnEG), die Energie­einspar­verordnung (EnEV) sowie das Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Wär­me­ge­setz (EEWär­meG). Um die­ses zu verein­fachen, und den Kli­ma- und Wärme­schutz in Deutsch­land zu revolutio­nieren, haben das BMWi und das BMUM am 23.01.2017 einen Referenz­entwurf vor­ge­legt. Dabei äußer­ten die CDU und CSU Ein­wän­de, wodurch der Gesetzes­entwurf letzt­endlich in der ver­gangenen Legislatur­periode schei­ter­te. Die Idee klingt aber doch erst­mal ganz plau­si­bel: Aus drei mach eins: Das Gebäude­energie­gesetz (GEG).

Die Wärmegesetze im Überblick

Auch, wenn der Referenz­entwurf vor­erst geschei­tert ist, so ist doch gewal­tig viel Bewe­gung im Bereich Energie­gesetze in Deutsch­land zu erwar­ten. Wenn die Kli­ma­schutz­zie­le erreicht wer­den sol­len, braucht es effek­ti­ve Geset­ze, die pas­sen­de neue Rah­men­be­din­gun­gen für den Wär­me­markt vor­ge­ben. Eine Ver­ei­ni­gung der Geset­ze in die­sem Bereich kann das Steu­ern und die Aus­wer­tung der Resul­ta­te ver­ein­fa­chen. Hier ein Über­blick dar­über, was aktu­ell auf dem energe­tischen Geset­zes­plan steht:

Das Energieeinspargesetz

Das Energie­einspar­gesetz (EnEG) umfasst die Richt­linien der Europä­ischen Uni­on zum The­ma Gesamt­ener­gie­ef­fi­zi­enz von Gebäu­den. Fest­gelegt sind hier bau­li­che Ansprü­che an Neu­bauten sowie Bestands­gebäude und Vor­ga­ben für die Anlagen­technik eines Hau­ses. Im Fokus steht hier­bei die Reduk­ti­on des Energie­verbrauchs sowohl beim Hei­zen, als auch beim Küh­len eines Gebäu­des. 2013 wur­de das Gesetz bereits zum vier­ten Mal seit 1976 novel­liert. Es bil­det dar­über hin­aus die Grund­lage für die Energie­einspar­verordnung (EnEV).

Die Energieeinsparverordnung

Die EnEV umfasst pri­mär die Hei­zungs- und Klima­technik von Neu- und Bestands­gebäuden, beinhal­tet aber auch Vor­ga­ben für Dämm­standards. Die meis­ten nieder­geschriebenen Anforder­ungen bezie­hen sich dabei auf Neu­bauten. Dadurch soll das Ziel der Reduk­ti­on des Primär­energie­bedarfs zur Behei­zung und Warm­wasser­bereit­stellung erreicht wer­den. Hier­bei spielt aber nicht nur die Energie­menge eine wesent­liche Rol­le, son­dern auch die Art des Energie­trägers. Durch den Ein­satz von Erneuer­baren Ener­gi­en kön­nen sich Gebäude­eigentümer Vor­teile sichern.

Tipp: Pla­nen Sie aktu­ell einen Neu­bau, emp­fiehlt es sich, sich nicht nur an die fest­gelegten ener­ge­ti­schen Mindest­standards zu hal­ten. Die­se sind durch die ste­ti­gen Ände­run­gen der Wärme­gesetze schnell über­holt und zudem lohnt sich eine Inves­ti­ti­on in hohe Energie­standards lang­fristig.

Auch Bestands­ge­bäu­de wer­den in der Energie­einspar­verordnung berück­sich­tigt. Nieder­geschrieben sind hier bestimm­te Aus­tausch- und Nachrüstungs­pflichten, sowie Anfor­de­run­gen, die nur bei einer Moderni­sierung des Gebäu­des beach­tet wer­den müs­sen. Das Haupt­augen­merk die­ser Richt­linien liegt aber auf Neu­bauten.

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz

Das EEWär­meG bezieht sich ledig­lich auf Neu­bau­ten. Es ver­pflichtet jeden Eigen­tümer, sei­nen Wärme­energie­bedarf antei­lig aus Erneuer­baren Ener­gi­en zu bezie­hen. Dabei kann Bio­mas­se, Solar­ener­gie, Erd­wär­me oder auch Umwelt­wär­me genutzt wer­den. Ziel des 2009 durch die Bundes­regierung eta­blier­ten Geset­zes ist es, den Anteil Erneuer­barer Ener­gi­en bis 2020 auf 14 % zu erhö­hen. Zudem unter­stützt das Wär­me­ge­setz ein Markt­anreiz­programm, bei dem auch Bestands­gebäude durch die Ein­richtung einer Wärme­anlage aus Erneuer­baren Ener­gi­en finan­zi­el­le För­de­rung bean­tra­gen kön­nen. Als förder­fähig gel­ten die glei­chen Wärme­quellen, wie auch bei Neu­bauten. Die Ver­wal­tung und Aus­ga­be der Gel­der ist Auf­ga­be des Bundes­amtes für Wirt­schaft und Ausfuhr­kontrolle. Eine gene­rel­le Bera­tung zum Erneu­er­ba­ren-Ener­gi­en-Wär­me­ge­setz erhal­ten Sie durch das Bundes­wirtschafts­ministerium, wie auch über länder­spezifische Minis­te­ri­en und Energie­agenturen. Mög­li­che Anlauf­stel­len sind hier auf Bun­des­ebe­ne die dena und auf Länder­ebene bspw. die Energie­agentur NRW sowie die Kli­ma­schutz- und Energie­agentur Baden-Würt­tem­berg (KEA).

Tipp: Haben Sie einen Neu­bau kön­nen Sie sich im Rah­men einer ener­ge­ti­schen Vor-Ort-Bera­tung Handlungs­empfehlungen zu einer effi­zi­en­ten und klima­freundlichen Wärme­versorgung ein­ho­len. Die­ses Ange­bot kön­nen Sie dank eines Bundes­förderungs­programm unter bestimm­ten Bedin­gun­gen ver­güns­tigt in Anspruch neh­men.

GEG: Das Wärmegesetz der Wärmegesetze

Das Gebäude­energie­gesetz soll­te ursprüng­lich zum 1.1.2018 in Kraft tre­ten. Durch die Ein­wän­de der CDU/CSU ver­zö­gert sich die­ser Start­schuss aber auf unbe­stimm­te Zeit. Abzu­war­ten ist, ob es zu der Ein­führung des Geset­zes kommt und inwie­weit sich der Gesetzes­entwurf bis dahin noch ver­än­dert. Zum aktu­el­len Stand soll das Gesetz die drei oben beschrie­be­nen Wär­me­ge­set­ze zusam­men­fas­sen. Es soll zudem eine neue Bilanzierungs­variante des Primär­energie­verbrauchs bein­halten und zur Abschaf­fung der bis­he­ri­gen Bewertungs­verfahren füh­ren. Für öffent­liche Gebäu­de soll ein Mindest­energie­standard auf­ge­legt wer­den, der auch für pri­va­te Wohn- und Nicht­wohn­gebäude fol­gen soll. Das bis­he­ri­ge Referenz­gebäude soll dabei aber weit­ge­hend unver­än­dert über­nom­men wer­den. Wei­te­re Bestand­teile des Gesetz­tes sind Erfüllungs­nachweise für Neu­bauten sowie eine Opti­mie­rung der Energie­ausweise für Gebäu­de.

Hin­weis: Auch, wenn der Wär­me­ge­setz-Dschun­gel in Deutsch­land oft undurch­sichtig erscheint: Ver­wech­seln Sie die Geset­ze nicht. In Baden-Würt­tem­berg gibt es bspw. auch noch das EWär­meG. Die­ses Wär­me­ge­setz gilt aus­schließ­lich für BaWü. Die oben vorge­stellten Energie­gesetze und ‑vor­schriften dage­gen haben bundes­weit Bestand.

Weiterführende Links

Das BMUB über Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung & 
Ener­gie­ein­spar­ge­setz

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen des Umwelt­bun­des­am­tes zum EEWär­meG

Kli­ma­kön­ner GmbH als Bio­gas-Spe­zia­list für das EWär­meG in BW

Kategorien: Allgemein