Den alten Heizkessel austauschen – nur wann?

Veröffentlicht von Svenja Vogel am

Schät­zun­gen zufol­ge sind mehr als 1 Mil­li­on deut­scher Hei­zun­gen zu alt und müs­sen saniert wer­den. Aber was heißt denn genau zu alt, und wann soll­te eine Gas­heizung best­mög­lich erneu­ert wer­den?

Austauschpflicht für alte Heizsysteme

Die­se Fra­ge wird in der Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV) genau beant­wor­tet. Das Gesetz besagt näm­lich, dass Heiz­kes­sel, die ein Alter von 30 Jah­ren über­schrei­ten, saniert oder aus­ge­tauscht wer­den müs­sen. Durch die­se Aus­tausch­pflicht wur­de den Gebäu­de­ei­gen­tü­mern ein ers­ter Ori­en­tie­rungs­rah­men gege­ben, um sich mit dem eige­nen Heiz­sys­tem ein­mal aus­ein­an­der zu set­zen, und über eine Sanie­rung nach­zu­den­ken. Den­noch gilt natür­lich: Aus­nah­men bestä­ti­gen die Regel – nicht jede Hei­zung, die älter als 30 Jah­re alt ist, muss zur Pflicht­er­fül­lung erneu­ert wer­den. Unter die Ver­ord­nung fal­len Kon­stant­tem­pe­ra­tur­kes­sel und Stan­dard­kes­sel mit einer Nenn­leis­tung zwi­schen 4 und 400 Kilo­watt. Brenn­wert­kes­sel und Nie­der­tem­pe­ra­tur­kes­sel mit einem hohen Wir­kungs­grad müs­sen eben­so wenig erneu­ert wer­den, wie Hei­zun­gen, die eine Nenn­leis­tung von unter 4 oder über 400 kW auf­wei­sen. Von der Aus­tausch­pflicht aus­ge­schlos­sen sind eben­falls Eigen­tü­mer von Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­sern, die zum 01.02.2002 min­des­tens eine sich in ihrem Gebäu­de befin­den­de Woh­nung selbst bewohnt haben. Bei einem Eigen­tü­mer­wech­sel muss der Heiz­kes­sel dann aber bin­nen 2 Jah­ren moder­ni­siert wer­den. Auch wer­den Hei­zun­gen, die nur zur Warm­was­ser­be­rei­tung genutzt wer­den, vom Gesetz aus­ge­schlos­sen. Zu guter Letzt sind auch kei­ne Küchen­her­de oder ande­re Gerä­te betrof­fen, wel­che ledig­lich den Raum, in dem sie mon­tiert sind, behei­zen und gleich­zei­tig Warm­was­ser lie­fern.

Wie bestim­me ich das Alter mei­ner Hei­zung?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie alt Ihre Hei­zungs­an­la­ge ist, dann gibt das Typen­schild, wel­ches auf dem Kes­sel selbst mon­tiert ist, Rück­schlüs­se auf den Her­stel­ler, die Leis­tung und das Bau­jahr. Falls Sie die­sen nicht fin­den kön­nen, dann schau­en Sie doch in das Pro­to­koll Ihres Schorn­stein­fegers. Auch hier wird meis­tens das Alter notiert.

Gene­rell gilt eine Hei­zung aber bereits nach 15 bis 20 Jah­ren im Betrieb als sehr alt. Auch wenn hier kein Gesetz greift, so ist es doch manch­mal sinn­voll, das Gerät schon frü­her zu erneu­ern. Hier­für haben wir ein paar Merk­ma­le für Sie zusam­men­ge­tra­gen, die dar­auf hin­wei­sen, dass Ihr Kes­sel sanie­rungs­be­dürf­tig ist.

So identifiziere ich eine zu alte Heizung

Aus wirt­schaft­li­chen Grün­den lohnt sich der Hei­zungs­tausch oft bereits vor der Pflicht durch die EnEV. Hier sind ein paar Merk­ma­le gelis­tet, die Ihnen bei der Ent­schei­dung hel­fen könn­ten, ob Ihre Hei­zung wirk­lich aus­ge­tauscht wer­den soll­te.

1. Ihr Heizungskeller ist sehr warm

Wenn es in Ihrem Hei­zungs­kel­ler stän­dig warm ist, dann könn­te das an der schlech­ten Iso­la­ti­on Ihrer Hei­zungs­an­la­ge lie­gen. Das führt dazu, dass Ihnen sehr viel Wär­me unge­nutzt ver­lo­ren geht und Ihr Brenn­stoff­ver­brauch unnö­tig in die Höhe steigt.

2. Ihre Heizung ist unwirtschaftlich

Der Brenn­stoff­ver­brauch all­ge­mein ist natür­lich auch immer ein guter Richt­wert. Ist die­ser auf­grund eines doch recht gerin­gen Wir­kungs­gra­des Ihrer Hei­zung ver­gleichs­wei­se hoch, dann soll­ten Sie einen Exper­ten zu Rate zie­hen. Die­ser kann Ihnen genau auf­zei­gen, ob Ihre Hei­zung noch effi­zi­ent ist oder ob Sie über eine Sanie­rung oder Neu­mon­ta­ge nach­den­ken soll­ten.

3. Ihr Heizkessel ist schon wieder kaputt

Die Beto­nung hier­bei liegt auf „schon wie­der“. Natür­lich kann es pas­sie­ren, dass ein Heiz­kes­sel mal einen klei­nen Scha­den auf­weist. Danach kann er immer noch wirt­schaft­lich funk­tio­nie­ren. Häu­fen sich aber die Aus­fäl­le und Repa­ra­tu­ren, dann soll­ten Sie einen Fach­be­ra­ter zur Prü­fung her­an zie­hen. Die­ser kann Ihnen dann genau sagen, ob sich Ihre Hei­zung so noch lohnt oder ob Sie auf län­ge­re Sicht gese­hen viel Geld durch einen neu­en Heiz­kes­sel spa­ren kön­nen.

4. Der CO2-Ausstoß Ihrer Heizung steigt an

Wenn bei der regel­mä­ßi­gen Abgas­prü­fung durch Ihren Schorn­stein­fe­ger auf­fällt, dass sich die Koh­len­di­oxid­wer­te ste­tig ver­schlech­tern, soll­ten Sie eine Erneue­rung Ihrer Hei­zung in Betracht zie­hen. Iden­ti­fi­ziert der Schorn­stein­fe­ger näm­lich irgend­wann einen zu hohen Aus­stoß, so kann es zur Sper­rung des Gerä­tes kom­men. Spä­tes­tens dann muss natür­lich ein neu­er Kes­sel her.

5. Sie wünschen sich mehr Komfort

Natür­lich fal­len immer Kos­ten an, wenn man sich dafür ent­schei­det, die Hei­zung zu erneu­ern. Trotz­dem legen vie­le Leu­te Wert auf die neus­te Tech­nik. Bei Hei­zun­gen ist es teil­wei­se nicht anders als bei neu­en Autos oder Mobil­te­le­fo­nen. Neue­re Model­le las­sen sich bes­ser auf die indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se ihrer Besit­zer anpas­sen. Für eini­ge Leu­te kann also auch ein gestei­ger­ter Nut­zungs­kom­fort ein Grund für den Aus­tausch der Hei­zung sein.

Dar­über hin­aus hängt ein früh­zei­ti­ger Hei­zungs­tausch natür­lich auch immer von Ihrer aktu­el­len Situa­ti­on ab. Schließ­lich ren­tiert sich die Sanie­rung oder der Aus­tausch einer Hei­zung in ein neue­res Modell erst nach 10 bis 15 Jah­ren. Haben Sie vor, noch lan­ge in Ihrem Haus zu woh­nen, kann es auf alle Fäl­le nicht scha­den, einen Exper­ten zu bit­ten, mal ein Auge auf den Wir­kungs­grad Ihres Heiz­kes­sels zu wer­fen.

Hin­weis: Den­ken Sie dar­an, dass Sie das Erneu­er­ba­re-Wär­me-Gesetz erfül­len müs­sen, wenn Sie in BW woh­nen und Ihren Heiz­kes­sel in einem Alt­bau tau­schen.

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