Landesverwaltung BW

Veröffentlicht von Svenja Vogel am

Am 17. Juli 2013 hat der Land­tag in Baden-Würt­te­m­berg das Klima­schutz­gesetz Baden-Würt­te­m­berg (KSG BW) ins Leben geru­fen. Ziel die­ses Geset­zes ist die Reduk­tion der Treib­haus­gas­emission bis 2050 um 90 % im Ver­gleich zum Jahr 1990. Die Landes­ver­waltung hat sich in die­sem Zusammen­hang vorge­nommen, als gutes Bei­spiel voran­zugehen und bereits im Jahr 2040 weit­gehend kli­ma­neu­tral orga­ni­siert zu sein.

Wir haben ein Jahr nach der ers­ten Zwischen­bilanz bei der Landes­ver­waltung ange­klopft und Aus­künfte über Heraus­forderungen, Schwierig­keiten und Erfol­ge des Pro­jek­tes bekom­men.

Die klimaneutrale Landesverwaltung BW

Wir haben die CO2-Emis­sio­nen zwi­schen 2010 und 2015 um knapp 30 % sen­ken kön­nen. Das ist erst mal posi­tiv. Damit ist die Landes­regierung auf Kli­ma­kurs. Das darf aber nicht dar­über hinweg­täuschen, dass es lei­der auch Berei­che gibt, die uns Sor­ge berei­ten.“

Frank Lor­ho, stellv. Presse­sprecher des Umwelt­ministeriums BW

2014 hat­te die Landes­regierung eine ers­te Start­bilanz der Treib­haus­gas­emission der Landes­ver­waltung er­mittelt und ers­te Maß­nahmen­pakete ge­schnürt. Bestand­teil die­ser sind neben der gebäude­technischen Opti­mie­rung der Liegen­schaften auch klima­neutralere Mobilitäts­konzepte und ein­fa­che Handlungs­empfehlungen im Büro­alltag der Mit­arbeiter. Frank Lor­ho, stell­ver­tretender Presse­sprecher des Umwelt­ministeriums in Baden-Würt­te­m­berg berich­tet, dass 80 % der Treib­haus­gas­emission auf die Liegen­schaften wie Minis­te­ri­en, Behör­den, Ver­waltungs­gebäude sowie Hoch­schulen und Uni­ver­si­tä­ten ent­fal­len und eine energe­tische Sanie­rung die­ser Gebäu­de maß­geblich mit dem Erfolg des Pro­jek­tes ein­her­geht. Auch unter­schätzte Aspek­te wie die Ver­pflegung in Mensen und Kan­ti­nen neh­men einen hohen Stellen­wert ein. Als eine Heraus­forderung nennt Lor­ho die stei­gen­den Studierenden­zahlen an Hoch­schulen, die un­mittel­bar mit einem stei­gen­den Raum­bedarf ein­her­gehen.

Die größ­ten Poten­tia­le lie­gen in den Gebäu­den. Da spie­len Energie­effizienz, erneuer­bare Ener­gi­en oder auch die Opti­mierung des Gebäude­betriebs eine Rol­le. Finan­zierungs­instrumente wie Contrac­ting oder verwaltungs­interne Re­finan­zierungs­ver­fahren las­sen sich hier­zu nut­zen. Wich­tig ist mir aber auch, die Mit­arbeiter­innen und Mit­arbeiter in dem Pro­zess mit­zunehmen und auf Klima­kurs zu brin­gen. Klima­schutz und Energie­wende sind kei­ne Selbst­läufer. Sie kön­nen dann ge­lingen, wenn wir es schaf­fen, die Men­schen zu über­zeu­gen.“

Frank Lor­ho, stellv. Presse­sprecher des Umwelt­ministeriums BW

Umdenken im Büroalltag

Auch, wenn die größ­ten Poten­tia­le zur Reduk­ti­on der Treib­haus­gas­emission in den Gebäu­den identi­fiziert wur­den, sind der Büro­alltag und das Ver­halten der Mit­arbeiter eben­so Bestand­teil des Pro­jek­tes. Wünschens­wert ist hier­bei natür­lich auch die Adap­ti­on des nach­haltigen geschäft­lichen Ver­haltens auf den pri­va­ten Bereich. Neben einer aus­ge­wogenen Speise­auswahl in den Kan­ti­nen setzt die Landes­verwaltung auch auf eine nach­haltige Mobi­li­tät ihrer Mit­arbeiter. Durch das Job­ticket soll ein umwelt­schonendes Pen­deln zur Arbeit gewähr­leistet wer­den. Die Bereit­stellung von Fahr­rädern und E‑Fahrzeugen für kur­ze Dienst­wege oder län­ge­re Dienst­reisen ist eine wei­te­re Maß­nahme. Schließ­lich sei die Opti­mierung der Mobi­li­tät eine wei­te­re Heraus­forderung des Pro­jek­tes.

Die durch Dienst­reisen mit dem Flug­zeug beding­ten Emis­sio­nen sind um 50 % nach oben ge­schnellt. Immer­hin füh­ren die Minis­te­ri­en hier­für eine Klima­abgabe ab, über die von der Stif­tung Entwicklungs­zusammen­arbeit vorge­schlagene Pro­jek­te in Ent­wicklungs­ländern mit Bezug zum Klima­schutz ge­fördert wer­den. Unser vor­ran­gi­ges Ziel in der Klima­politik ist aber die Ver­meidung, die Kompen­sation steht erst an zwei­ter Stel­le.

Frank Lor­ho, stellv. Presse­sprecher des Umwelt­ministeriums BW

Das Umweltministerium BW verzeichnet erste Erfolge

Auch, wenn es noch eini­ges zu opti­mie­ren gibt, äußert sich Frank Lor­ho sehr posi­tiv gegen­über dem Pro­jekt. Nach vor­lie­gen­den Daten set­ze sich der in der ers­ten Bilanz ver­zeichnete Erfolg wei­ter fort. Die nächs­te Bilanz folgt nun wie­der in 2 Jah­ren und wird dann im Land­tag dis­ku­tiert. Es bleibt zu hof­fen, dass die Landes­verwaltung in Baden-Würt­te­m­berg wei­ter auf Erfolgs­kurs bleibt.

Wir bedan­ken uns bei Frank Lor­ho, stell­vertretender Presse­sprecher des Umwelt­ministeriums Baden-Würt­te­m­berg für die umfang­reiche Beant­wortung all unse­rer Fra­gen.

Weiterführende Links

Umwelt­mi­nis­te­ri­um BW

kli­ma­neu­tra­le Lan­des­ver­wal­tung BW

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