Ölheizung mit Bioöl im EWärmeG

Der Ein­satz von 10 % Bio­öl (bei 90 % fos­si­lem Heiz­öl) in einer neu instal­lier­ten Ölzentral­heizung ist spe­zi­ell in Gebie­ten, die kei­ne Anschluss­möglichkeit an ein Gas- oder (Nah/Fern)­Wärmenetz haben, eine kosten­günstige Alter­native zur Teil­erfül­lung des Erneu­er­ba­re-Wär­me-Geset­zes in Baden-Würt­tem­berg. Das Bio­öl wird im Ge­gen­satz zu Bio­gas tat­säch­lich vor Ort ver­brannt. Dement­sprechend muss die Öl­heizung nicht nur dem neu­es­ten Stand der Tech­nik, z. B. mit einem Brennwert­gerät, ent­spre­chen, son­dern auch für die Ver­bren­nung von Bio­öl geeig­net sein.

Das ver­wen­de­te Bio­öl muss die qua­li­ta­tiven An­for­derung­en hin­sicht­lich eines nach­haltigen Anbaus und Her­stel­lungs­prozes­ses er­füllen. Die­se wer­den der­zeit durch die Bio­mas­se­­strom-Nach­hal­tig­keits­­­ver­ord­nung (BioSt-NachV) gere­gelt, kön­nen aber zu­künftig vom Um­welt­ministerium modi­fiziert und an­gepasst wer­den. Die Ein­haltung die­ser Kri­te­ri­en muss der jewei­li­ge Bio­öl-Lie­fe­rant sei­nen Kun­den bestä­ti­gen.

Kli­ma­schutz: Heiz­öl stößt lei­der sehr vie­le Schad­stof­fe aus – deut­lich mehr als bei­spiels­wei­se Erd­gas. Gas und Öl im Ver­gleich …

Kombination mit anderen Erfüllungsoptionen

Die­se Tei­ler­fül­lung wird meist mit einem Sanierungs­fahrplan (5 %) kom­bi­niert, sodass die er­forder­lichen 15 % des EWär­meG erreicht wer­den.

Gän­gi­ge Kom­bi­na­tio­nenSanie­rungs­fahr­planKel­ler­de­cken­däm­mungSolar­ther­mie

Stand der Technik – Bioöl in der Ölheizung

Wie auch bei den Gas­hei­zun­gen unter­schei­det man bei Ölhei­zun­gen zwi­schen Konstant­temperaturkessel, Nieder­temperaturkessel und Öl-Brenn­wert­kes­sel – als aktu­el­lem Stand der Tech­nik. Eine Ölhei­zung besteht aus vier Haupt­komponenten. Die­se sind der Heizöl­tank, der Heiz­kes­sel mit dem Bren­ner, das nach­ge­schal­te­te Heiz­sys­tem (Warm­was­ser und Hei­zung) und das Abgas­system.

Der Heiz­öl­tank dient der lang­fris­ti­gen und kontinuier­lichen Ver­sor­gung der Ölhei­zung mit Brenn­stoff. Heizöl­tanks gibt es in vie­len ver­schie­de­nen Aus­füh­run­gen. Man unter­schei­det hier­bei zwi­schen standort­gefertigten Tanks, Batterie­tanks und Erd­tanks. Standort­gefertigte Tanks kön­nen ent­we­der aus Stahl oder Kunst­stoff bestehen, wer­den vor Ort ver­schweißt und kön­nen so den ört­li­chen Platz­verhältnissen ange­passt wer­den. Batterie­tanks dage­gen sind vorge­fertigte, meist aus doppel­wandigem Kunst­stoff oder Stahl bestehen­de Behäl­ter. Durch Ver­bin­dung meh­re­rer ein­zel­ner Behäl­ter kön­nen die­se zu einem gro­ßen Tank zusammen­geschlossen wer­den. Erd­ver­leg­te Heizöl­tanks bestehen aus Stahl oder glas­faser­verstärkten Kunst­stof­fen und wer­den voll­stän­dig oder zum Teil im Boden ver­senkt. Oben auf dem Öltank befin­det sich ein soge­nann­ter Dom-Deckel, der als Einstiegs­öffnung und zur Rei­ni­gung dient.

Kessel einer Ölheizung im Keller

Aus dem Öltank wird das Heiz­öl über Lei­tun­gen zum Heiz­kes­sel mit dem mon­tier­ten Öl­bren­ner gelei­tet. Je nach Her­stel­ler des Ölbren­ners gibt es ver­schie­de­ne Brenner­typen. Die meis­ten Öl­brenner arbei­ten mit einer spe­zi­el­len Düse, die das Heiz­öl unter hohem Druck durch ein so­ge­nann­tes Flamm­rohr in den Brenn­raum ver­sprüht. Das erzeug­te Öl-Nebel-Luft­ge­misch wird mit­hil­fe einer Zünd­elektrode ent­zün­det und erzeugt so eine gleich­bleibende Flam­me. Die erzeug­ten hei­ßen Ab­gase geben dann im Brenn­raum und im Kessel­körper die Wär­me an die umge­be­ne Wärme­tau­scher­oberfläche ab, die die­se an das Heizungs­wasser über­trägt. Die Brennwert­heizung nutzt zusätz­lich die Kondensations­energie des im Abgas ent­hal­te­nen Wasser­dampfes und gibt die­se eben­falls an das Heizungs­wasser ab. Die­se Tech­no­lo­gie arbei­tet somit beson­ders energie­sparend und senkt durch ver­minderten Heizöl­verbrauch die umwelt­schädlichen CO2-Emis­sio­nen. Mehr zur Brenn­wert­tech­nik …

Die ent­stehenden Abga­se müs­sen über ein spe­zi­el­les Abgas­sys­tem abge­führt wer­den. Durch das Absen­ken der Abgas­temperatur und das Konden­sieren des Wasser­dampfes wer­den beson­de­re Anfor­de­run­gen an das Abgas­system gestellt. Damit der bestehen­de Schorn­stein nicht durch die Feuchtig­keit geschä­digt wird, muss in der Regel ein spe­zi­el­les Kunst­stoff- oder Edelstahl­rohr instal­liert wer­den. Des Wei­te­ren soll­te in unmittel­barer Nähe zum Brennwert­gerät ein Abfluss vor­han­den sein, in dem das leicht sau­re Kon­den­sat abge­führt wer­den kann.

Hin­weis: Die Prei­se einer Ölbrenn­wert-Hei­zung lie­gen in der Regel zwi­schen 3.500 € und 6.000 €. Dazu kom­men noch Montage­kosten und ggf. wei­te­re Kos­ten, z. B. bei einer etwai­gen Schorn­stein­sa­nie­rung. Ange­bot für Ölhei­zung kos­ten­los ein­ho­len …

Bioöl-Gemisch als Brennstoff

Lie­fe­ran­ten des in Ölhei­zun­gen ver­wen­de­ten Heiz­öl-EL (Extra Leicht, ggf. schwe­fel­arm) bie­ten häu­fig auch eini­ge Vari­an­ten mit Bio­öl­an­teil an. Die­se sind in der Regel durch die Bezeich­nung Bio 5 oder Bio 10 auf den ers­ten Blick ersicht­lich. Laut einer Stu­die des VDB kann ein Anteil von 5,9 % Bio­öl in jeder Hei­zung ein­ge­setzt wer­den, ohne dass eine Anpas­sung an der Hei­zungs­an­la­ge erfor­der­lich wird – häu­fig sogar bis 10,9 %. Je nach Her­stel­ler und Bau­jahr, soll­te vor Ein­satz geprüft wer­den, ob die Anla­ge mit dem Bio­öl kom­pa­ti­bel ist oder wel­che Umbaumaß­nahmen ggf. durch­ge­führt wer­den müs­sen. Infor­ma­tio­nen hier­zu erhält man beim Her­stel­ler der Ölhei­zung oder dem beauf­trag­ten Instal­la­teur.

Hin­weis: Bio-Heiz­öl besteht aus Fett­säure­methyl­esther (FAME) und wird wie Bio­die­sel aus pflanz­li­cher Bio­mas­se – in der Regel aus Raps und Sonnen­blumen – gewon­nen und anschlie­ßend che­misch ver­edelt. Die Kos­ten sind im All­ge­mei­nen etwas höher als bei Heiz­öl-EL und unter­lie­gen, schon allei­ne auf­grund des hohen Anteils an fos­si­lem Heiz­öl, eben­falls star­ken sai­so­na­len Schwan­kun­gen.

Anteilige Gesetzeserfüllung durch den Einsatz von Bioöl in einer Ölheizung

Wenn nicht der gesam­te Wär­me­en­er­gie­be­darf durch die Ölhei­zung gedeckt wird, ist auch eine antei­li­ge Anrech­nung nach den §§ 3 Nr. 4 20.6 durch die fol­gen­de For­mel mög­lich:

\[Bio­öl­an­teil \: [\%] × \frac{produzierte \: Wär­me­men­ge \: Ölhei­zung \: [kWh]}{gesamter \: Wär­me­en­er­gie­be­darf \: [kWh]}=Anteil \: Erneu­er­ba­re \: Ener­gi­en \: [\%]\]

Der Erfül­lungs­grad kann wie folgt berech­net wer­den:

\[ \frac{Anteil \: Erneu­er­ba­re \: Energien\:[\%]}{15 \: \: \% \:}\times100\:\%=Erfüllungsgrad\:[\%]\]


Es kann durch die Ver­feue­rung von Bio­öl in einer neu­en Ölhei­zung maxi­mal 10 % Erneu­er­ba­re Ener­gi­en und somit ein Erfül­lungs­grad von ⅔ erreicht wer­den. Eine Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Erfül­lungs­op­tio­nen ist somit in jedem Fall not­wen­dig.


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