Holzzentralheizung im EWärmeG

Wenn eine neue zen­tra­le Holz­hei­zung – bei­spiels­wei­se mit Scheit­holzHolz­hack­schnit­zeln oder Holz­pel­lets – im Alt­bau betrie­ben wird, setzt man voll­ständig auf fes­te Bio­mas­se. Der Ein­satz von 15 % Erneu­er­ba­ren Ener­gi­en, und damit die Anfor­de­rung nach dem EWär­meG, wird weit über­trof­fen und somit (über)­erfüllt. Mit dem aus­schließ­li­chen Hei­zen mit Holz ist man in der Regel auf der siche­ren Sei­te.

Besteht eine Anla­ge jedoch aus meh­re­ren Kes­seln, z. B. wenn eine Holz­hei­zung mit einem Gas- oder Ölkes­sel kom­bi­niert wird, muss der Holz­kes­sel zur voll­stän­di­gen Erfül­lung des Geset­zes 15 % des Wärme­energiebedarfs decken.

Kombination mit anderen Erfüllungsoptionen

Wird weni­ger als 15 % des Ener­gie­be­darfs erreicht, ist eine antei­li­ge Anrech­nung in Kom­bi-nati­on mit einer an­deren Er­fül­lungs­option mög­lich. Denk­bar wäre bspw. eine solar­ther­mi­sche Unter­stützung. In der Pra­xis deckt eine zen­tra­le Holz­heizung in der Regel aber den gesam­ten Wärme­bedarf ab – zumin­des­tens deut­lich mehr als die gefor­der­ten 15 %.

Gän­gi­ge Kom­bi­na­tio­nenSolar­ther­mie

Stand der Technik – Zentralbefeuerung mit Holz

Eine Holz­zen­tral­hei­zung ist von den Eigen­schaften im Gegen­satz zu Ein­zel­raum­feue­run­gen dafür aus­ge­legt, den Wärme­bedarf für die Behei­zung des gesam­ten Wohn­raums und auch der Trink­wasser­erwärmung zu lie­fern. Unter­schieden wer­den kann nach drei Kessel­arten: dem Natur­zug­kessel, dem Holz­vergaser­kessel und dem Hack­­schnit­zel- oder Pellet­kessel. Alle Kessel­typen geben über einen einge­bauten Wär­me­tau­scher, die bei der Ver­brennung ent­stan­de­ne Wär­me an das Heizungs­wasser ab. Auf­grund des trä­gen Regel­verhaltens von Holz­heizungen (Holz brennt wei­ter, auch wenn genug Wär­me vor­han­den ist), wird ein Puf­fer­spei­cher benö­tigt, wel­cher die über­schüssige Wär­me zwischen­speichert. Die­ser Puffer­speicher kann eben­falls mit einem Trink­was­ser­spei­cher kom­bi­niert wer­den, um so auch die Warm­wasser­bereitung durch die Holz­heizung durch­zu­füh­ren.

Kesseltypen der Holzheizung

Natur­zug­kes­sel wer­den in der Regel mit Stück­holz beheizt und las­sen sich über eine Zug­luft­klappe, wel­che mit einem Ther­mo­stat gesteu­ert oder per Hand ein­ge­stellt wer­den kann, regeln. Von allen Holz­zentral­heizungen haben Natur­zug­kessel auf­grund ihrer nur schwie­ri­gen Regel­barkeit den schlech­tes­ten Wirkungs­grad. Holz­vergaser­kessel sind daher zu bevorzugen.Aufgrund einer voll­ständigeren Ver­brennung gegen­über den Natur­zug­kesseln, haben die Holz­ver­gas­er­kes­sel einen deut­lich höhe­ren Wirkungs­grad und zudem noch gerin­ge­re Emissions­werte. Der Holz­vergaser­kessel arbei­tet eben­falls mit Stück­holz als Brenn­stoff. Die Ver­brennung läuft aller­dings in ver­schiedenen Prozess­schritten ab. Zunächst kommt es zu einer Brenn­stoff­vergasung, wobei die flüch­tigen Stof­fe aus dem Holz aus­ga­sen. Die zwei­te Stu­fe ist die Gas­verbrennung, bei der die aus­getriebenen Gase des Hol­zes ver­brannt wer­den.

Roter Pelletkessel

Pel­let­kes­sel wer­den nahe­zu auto­ma­tisch betrie­ben

Der Verbrennungs­prozess fin­det unter Ein­satz eines elek­tro­nisch gesteu­er­ten Geblä­ses statt, wel­ches die voll­stän­di­ge Ver­bren­nung ermög­licht und somit einen spar­sa­men Betrieb ge­währ­leistet. In Kom­bi­na­ti­on mit einem Puffer­speicher kann ein Holz­vergaser­kessel ide­al als allei­ni­ges Heiz­system ein­ge­setzt wer­den.

Hack­schnit­zel- und Pel­let­kes­sel wer­den wie Öl- oder Gas­heizungen nahe­zu auto­ma­tisch be­trie­ben. Mit­hil­fe einer Förder­schnecke oder einer Saug­verbindung wird der Brenn­stoff (Hack­schnitzel oder Pel­lets) auto­ma­tisch aus dem Lager­raum in den Kes­sel beför­dert. Wie auch bei dem Pellet­ofen für die Einzel­raum­befeuerung arbei­tet der Hol­z­hack­­schnit­zel- bzw. Pellet­kessel mit einem Zünd­draht und einem elek­tro­nisch gere­gel­ten Geblä­se. Ledig­lich die Wärme­übertragung unter­schei­det sich. Die ent­ste­hen­de Wär­me wird nun nicht über Strah­lung und Kon­vek­ti­on an die Um­ge­bungs­luft abge­ge­ben, son­dern über einen Wärme­tauscher an das Was­ser im Heizungs­system über­tra­gen. Auch bei den Hack­­schnit­zel- oder Pellet­kesseln emp­fiehlt sich die Kopp­lung mit einem Puffer­speicher, um einen effi­zi­en­ten Betrieb der Anla­ge zu gewähr­leis­ten.

Auch moder­ne Holz­heizungen sind in der Regel mit Brenn­wert­technik aus­ge­stat­tet. Mehr zur Brenn­wert­tech­nik …

Hin­weis: Die durch­schnittlichen Prei­se einer Pellet­heizung lie­gen je nach Aus­stat­tung zwi­schen 12.000 € und 20.000 €. Hol­z­hack­­schnit­zel-Hei­zun­gen kos­ten zwi­schen 15.500 € und 25.000 € und Hol­z­­ver­ga­ser-Hei­zun­gen zwi­schen 8.000 € und 13.000 €. Zu beach­ten sind neben Förder­gelder aber auch noch die Montage­kosten. Ange­bot für eine Holz­zen­tral­hei­zung kos­ten­los anfra­gen …

Holz als Brennstoff

Der Brenn­stoff Holz wird als Stück­holz, als Hack­schnit­zel oder auch als gepress­te Pel­lets ein­ge­setzt. Im Erneu­er­ba­re-Wär­me-Gesetz muss das einge­setzte Holz der Bio­mas­se­ver­ord­nung ent­spre­chen.

Scheitholz

Als Stück­holz (auch Scheit­holz genannt) wird Brenn­holz bezeich­net, wel­ches bereits fer­tig auf eine in der Regel ein­heit­li­che Län­ge von 25 cm oder 33 cm geschnit­ten und gespal­ten ist. Für grö­ße­re Holz­heizungen wird natür­lich auch ein län­ge­res Stück­holz ange­bo­ten. Unter­schie­den wird hier­bei nach fri­schem Holz und bereits getrock­ne­tem. Je nach Holz­sorte und Lager­ort, benö­tigt frisch geschla­ge­nes Holz etwa 1 bis 2 Jah­re zum Trock­nen, wobei der Feuchtig­keits­gehalt dann unter 20 % lie­gen soll­te. Ange­bo­ten wird Stück­holz in der Regel als gesta­pel­ter Raum­me­ter oder auch als Schütt­raummeter. Ein Schütt­raummeter ent­spricht in etwa dem 0,7‑fachen eines Raum­me­ters (zu beach­ten beim Preis­ver­gleich).

Holzhackschnitzel

Hack­schnit­zel wer­den mit schnei­den­den Werk­zeugen maschi­nell her­ge­stellt. Pro­du­ziert wer­den Holz­hack­schnitzel aus Wald- und Industrie­rest­holz, Säge­ne­ben­pro­duk­ten, aber auch aus Holz von Durch­­­fors­tungs- und Landschafts­pflege­maßnahmen. Sie las­sen sich nur gut lagern wenn sie aus­rei­chend tro­cken sind, da sie sich sonst mit der Zeit zer­set­zen. Um die Qua­li­tät und Kenn­wer­te der Hack­schnitzel wie bspw. den Wasser­gehalt oder die Schnitzel­größe zu gewähr­leis­ten, gilt für Hack­schnitzel die Euro­päi­sche Norm EN 14961.

Holzpellets

Wie die Holz­hack­schnit­zel unter­lie­gen auch die Holz­pel­lets einer Norm und zwar der ISO 17225–2. Die­se Norm regelt alle wich­ti­gen Eigen­schaf­ten wie Län­ge, Durch­messer, Heiz­wert oder Was­ser­ge­halt der Pel­lets. Das Roh­material zur Her­stel­lung von Holz­pellets sind in der Regel Abfall­produkte aus der Holz­ver­ar­bei­tung, bspw. in Säge- oder Hobel­wer­ken. Die Holz­reste wer­den zunächst getrock­net und der Feuchtig­keits­gehalt wird dabei auf ca. 8 % gesenkt. Anschlie­ßend wer­den die ein­heit­lich zer­klei­ner­ten Spä­ne in der Pelletier­anlage unter hohem Druck zusammen­gepresst. Der Haupt­bestand­teil Lignin des Hol­zes ermög­licht das Ver­pres­sen des Hol­zes ohne Zuga­be von che­mi­schen Binde­mitteln. Wäh­rend des Press­vorgangs ent­steht auf­grund des hohen Drucks Wär­me. In Kom­bi­na­ti­on mit der rest­li­chen Feuchtig­keit im Holz wird das Lignin kleb­fä­hig und sorgt somit für die Form­stabilität. Die Lie­fe­rung von Holz­pellets kann je nach Bedarfs­menge als Sack­wa­re oder aber bei gro­ßer Abnah­me mit einem spe­zi­el­len Silo­wagen erfol­gen. Im Inter­net fin­den Sie zahl­rei­che Händ­ler die Sie regio­nal, aber auch deutschland­weit mit Stück­holz, Hack­schnitzeln und auch mit Holz­pellets belie­fern.

Hin­weis: Durch die Befeue­rung mit Holz kann viel Fein­staub frei­ge­setzt wer­den. Der Brenn­stoff soll­te dem­nach immer rich­tig gela­gert und ein­ge­setzt wer­den.

Anteilige Gesetzeserfüllung durch eine Holzzentralheizungen

Wenn nicht der gesam­te Wär­me­en­er­gie­be­darf durch die Holz­hei­zung gedeckt wird, ist auch eine antei­li­ge Anrech­nung nach § 11.4 durch die fol­gen­den For­meln mög­lich:

\[\frac{Nennwärmeleistung \: zen­tra­le \: Holz­hei­zung \: [kW]}{gesamte \: instal­lier­te \: Heiz­leis­tung \: der \: Anla­ge \: [kW]}\times100\:\%=Anteil \: Erneu­er­ba­re \: Ener­gi­en \: [\%]\]

Ist der Wert grö­ßer oder gleich 15 %, sind die Vor­schrif­ten voll­stän­dig erfüllt. Ansons­ten ist die antei­li­ge Erfül­lung fol­gen­der­ma­ßen zu berech­nen:

\[ \frac{Anteil \: Erneu­er­ba­re \: Energien\:[\%]}{15 \: \: \% \:}\times100\:\%=Erfüllungsgrad\:[\%]\]

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