Evaluation des SFP-Förderprogramms

Endbericht im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Hei­del­berg, Ber­lin, Frei­burg, Karls­ru­he, Rot­ten­burg, 31. Okto­ber 2018

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Abkürzungsverzeichnis

BAFA Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le
BDH Bun­des­ver­band der Deut­schen Hei­zungs­in­dus­trie
EE Erneu­er­ba­re Ener­gi­en
EEG Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Gesetz
EEWär­meG Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Wär­me-Gesetz
EWär­meG Erneu­er­ba­re-Wär­me-Gesetz
GEG Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz
KfW Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau
MAP Markt­an­reiz­pro­gramm
NWG Nicht­wohn­ge­bäu­de
PV Pho­to­vol­ta­ik
RP Regie­rungs­prä­si­di­en
SFP Sanie­rungs­fahr­plan
THG Treib­haus­ga­se
uBRB Unte­re Bau­rechts­be­hör­de
WG Wohn­ge­bäu­de

9 Evaluation des SFP-Förderprogramms

Übersicht über die Förderfälle und Fördersumme

Baden-Würt­tem­berg för­dert die Erstel­lung von SFP über ein För­der­pro­gramm der L‑Bank. Die För­de­rung beschränkt sich auf Wohn­ge­bäu­de. Kei­ne För­de­rung wird gewährt, wenn für das Gebäu­de in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren bereits eine vom Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) geför­der­te Vor-Ort-Bera­tung in Anspruch genom­men wur­de, ohne dass sich der Eigen­tü­mer geän­dert hat. Eben­falls kei­ne För­de­rung wird gewährt, wenn die Nut­zungs­pflicht des EWär­meG bereits vor Abschluss des Ver­trags für die Erstel­lung des SFP zwi­schen Bera­ter und Bera­tungs­emp­fän­ger ent­stan­den ist (der Heiz­kes­sel also vor dem Ver­trags­ab­schluss aus­ge­tauscht wur­de) und ein SFP zur Erfül­lung die­ser Pflicht ein­ge­setzt wer­den soll.

Bis zum Stich­tag 30.06.2018 wur­de für rund 5.230 SFP ein För­der­kon­tin­gent bean­tragt sowie rund 2.300 SFP fer­tig­ge­stellt. Die Befra­gung der SFP-Emp­fän­ger ergab, dass ein Groß­teil der Emp­fän­ger geför­der­ter SFP den SFP beauf­tragt haben, um das EWär­meG (antei­lig) zu erfül­len (vgl. Kapi­tel 8.6). Die För­de­rung bean­tragt der SFP-Aus­stel­ler. Die­ser muss die För­de­rung in vol­ler Höhe an den Bera­tungs­emp­fän­ger wei­ter­ge­ben. Dies erfolgt durch Abset­zung des Zuschus­ses von den Hono­rar­kos­ten in der Rech­nung. Der Bera­tungs­emp­fän­ger bezahlt damit nur die redu­zier­ten Hono­rar­kos­ten. Der SFP-Aus­stel­ler bean­tragt die För­de­rung für jeweils meh­re­re SFP (also ein bestimm­tes SFP-Kon­tin­gent, das er ggf. gar nicht aus­schöp­fen wird). Aus die­sem Grund kommt es zu den in Tabel­le 8–1 dar­ge­stell­ten Dif­fe­ren­zen zwi­schen der Zahl bean­trag­ter und abge­rech­ne­ter SFP. Die För­der­hö­he hängt von der Anzahl der Wohn­ein­hei­ten in den jewei­li­gen Gebäu­den ab, für die die SFP erstellt wer­den. Sie beträgt je 200 EUR für Ein- und/oder Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser und erhöht sich für Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser ab der drit­ten Wohn­ein­heit um 50 EUR für jede wei­te­re Wohn­ein­heit. Der maxi­ma­le Zuschuss pro Gebäu­de beträgt 500 EUR.

Abbil­dung 9–1 zeigt die Ver­tei­lung der bis zum 30.06.2018 aus­ge­stell­ten und geför­der­ten SFP auf die vier Regie­rungs­be­zir­ke. Der Regie­rungs­be­zirk Stutt­gart ver­zeich­net nicht nur abso­lut die höchs­ten För­der­zah­len, son­dern auch bezo­gen auf die Ein­woh­ner­zahl und die Anzahl an Wohn­ge­bäu­den. So wur­den im Regie­rungs­be­zirk Stutt­gart im Betrach­tungs­zeit­raum rund 0,3 SFP pro 1.000 Ein­woh­ner sowie 1,42 SFP pro 1.000 Wohn­ge­bäu­de geför­dert. Im Regie­rungs­be­zirk Frei­burg lag die Quo­te bei 0,19 SFP pro 1.000 Ein­woh­ner und 0,85 SFP pro 1.000 Wohn­ge­bäu­de. Im Regie­rungs­be­zirk Karls­ru­he wur­den 0,18 SFP pro 1.000 Ein­woh­ner und 0,69 SFP pro 1.000 Wohn­ge­bäu­de geför­dert. Im Regie­rungs­be­zirk Tübin­gen waren es 0,14 SFP pro 1.000 Ein­woh­ner und 0,55 SFP pro 1.000 Wohn­ge­bäu­de.

Diagramm: Verteilung ausgestellter und geförderter SFP auf die vier Regierungsbezirke
Abbil­dung 9–1: Ver­tei­lung aus­ge­stell­ter und geför­der­ter SFP auf die vier Regie­rungs­be­zir­ke, Stand 30.06.2018

Abbil­dung 9–2 zeigt die Ver­tei­lung der SFP-För­de­rung auf die ver­schie­de­nen Pro­gramm­jah­re, dif­fe­ren­ziert nach bean­trag­ter, bewil­lig­ter und aus­ge­zahl­ter För­de­rung. Im Betrach­tungs­zeit­raum 10/2015 bis einschl. 06/2018 wur­de eine För­der­sum­me von 1,32 Mio. EUR bean­tragt, von der die L‑Bank bis Ende 06/2018 rund 0,91 Mio. EUR als Kon­tin­gen­te bewil­lig­te. Bis Ende Juni 2018 wur­den rund 0,59 Mio. EUR aus­ge­zahlt.

Diagramm: Verteilung der SFP-Förderung auf die verschiedenen Programmjahre
Abbil­dung 9–2: Ver­tei­lung der SFP-För­de­rung auf die ver­schie­de­nen Pro­gramm­jah­re, Stand 30.06.2018

Abbil­dung 9–3 zeigt eine Rei­he aus­ge­wähl­ter Merk­ma­le der geför­der­ten SFP. Knapp die Hälf­te der bis zum 30.06.2018 aus­ge­stell­ten und geför­der­ten SFP fiel auf Ein­fa­mi­li­en­häu­ser, rund zwei Drit­tel aller geför­der­ten SFP wur­de für Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser aus­ge­stellt. Der flä­chen­ge­wich­te­te Mit­tel­wert des spe­zi­fi­schen End­ener­gie­be­darfs lag bei rund 180 kWh/m2*a. Bei der ener­ge­ti­schen Bewer­tung der Wohn­ge­bäu­de anhand des Wär­me­en­er­gie­be­darfs wie­sen rund 85 % der betrof­fe­nen Gebäu­de die Effi­zi­enz­klas­se E oder schlech­ter auf. Bei der Bewer­tung der Wär­me­ver­sor­gung anhand des Quo­ti­en­ten aus qp und qoutg lag die­ser Anteil bei rund 70 %.

Abbil­dung 9–3: Aus­ge­wähl­te Merk­ma­le der geför­der­ten SFP, Stand 30.06.2018

9.1.1 Empfohlene Maßnahmen und Ambitionsniveau

Abbil­dung 9–4 ver­gleicht die geför­der­ten SFP anhand der spe­zi­fi­schen CO2-Emis­sio­nen im Aus­gangs­zu­stand (IST) und Ziel­zu­stand (erreich­ter Zustand nach Durch­füh­rung aller vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­maß­nah­men). Der flä­chen­ge­wich­te­te Mit­tel­wert liegt im Aus­gangs­zu­stand bei rund 61 kg/m2a, im Ziel­zu­stand bei rund 22 kg/m2a. Dies ent­spricht einer Reduk­ti­on von rund 65 %. Da die L‑Bank im Rah­men der zen­tra­len Daten­er­he­bung weder die Daten für den spe­zi­fi­schen Pri­mär­ener­gie­be­darf (IST und ZIEL) noch für den spe­zi­fi­schen End­ener­gie­be­darf im Ziel­zu­stand erhebt, kön­nen zu deren Reduk­ti­ons­wer­te kei­ne Anga­ben gemacht wer­den.

Diagramm: Spezifische CO<sub>2</sub>-Emissionen im Ausgangs- und Zielzustand
Abbil­dung 9–4: Spe­zi­fi­sche CO2-Emis­sio­nen im Aus­gangs- und Ziel­zu­stand (jeweils ange­ge­ben in Anzahl SFP), Stand 30.06.2018

Im Rah­men der zen­tra­len Daten­auf­nah­me erhebt die L‑Bank auch die Daten zu den im Rah­men der geför­der­ten SFP vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­maß­nah­men, kon­kret die ers­ten bei­den Maß­nah­men, die für den ers­ten Sanie­rungs­schritt vor­ge­schla­gen wer­den, sowie die ers­ten bei­den Maß­nah­men des zwei­ten Sanie­rungs­schritts. Bei Sanie­rungs­schritt 1 schla­gen die SFP-Aus­stel­ler in rund der Hälf­te der Fäl­le die Bei­mi­schung von Bio­gas und Bio­öl vor. Das ver­wun­dert nicht, da vie­le der geför­der­ten SFP zur Erfül­lung des EWär­meG ver­wen­det wer­den, im Rah­men der „belieb­ten“ Kom­bi­na­tio­nen Bio­gas­bei­mi­schung + SFP sowie Bio­öl­bei­mi­schung + SFP. Wei­te­re häu­fig emp­foh­le­ne Maß­nah­men im Rah­men des ers­ten Sanie­rungs­schritts sind die Däm­mung des Dachs oder der obers­ten Geschoss­de­cke, die Däm­mung der Außen­wand und die Opti­mie­rung der Wär­me­ver­tei­lung. Für den Sanie­rungs­schritt 2 wer­den neben der Däm­mung von Dach/Oberster Geschoss­de­cken und Außen­wand beson­ders häu­fig der Fens­ter­tausch sowie die Däm­mung der Kel­ler­de­cke vor­ge­schla­gen. Bei der Inter­pre­ta­ti­on die­ser Daten muss aller­dings die begrenz­te Aus­sa­ge­kraft berück­sich­tigt wer­den, die sich dadurch bedingt, dass bei der Daten­auf­nah­me nur die ers­ten bei­den Maß­nah­men pro Sanie­rungs­schritt erfasst wer­den, ein Sanie­rungs­schritt hin­ge­gen oft­mals aus mehr als zwei Maß­nah­men besteht, die nicht unbe­dingt ent­lang ihrer Bedeu­tung dar­ge­stellt wer­den.

Diagramm: Verteilung der vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen
Abbil­dung 9–5: Ver­tei­lung der vor­ge­schla­ge­nen Sanie­rungs­maß­nah­men (jeweils ange­ge­ben in Anzahl SFP), Stand 30.06.2018

9.1.2 Aussteller und Beratungskosten

Die bis­her geför­der­ten SFP wur­den von rund 190 SFP-Aus­stel­lern erstellt. Abbil­dung 9–6 zeigt dabei, wie sich die För­der­sum­me auf die betei­lig­ten Aus­stel­ler ver­teilt. Rund ein Drit­tel der För­der­sum­me ent­fällt auf vier Aus­stel­ler. Rund 20 Aus­stel­ler haben im Betrach­tungs­zeit­raum mehr als 20 SFP aus­ge­stellt, rund 50 Aus­stel­ler mehr als 10 SFP. Wäh­rend also eini­ge Aus­stel­lungs­be­rech­tig­te die Gele­gen­heit ergrif­fen haben, den SFP als (antei­li­ges) Geschäfts­mo­dell zu eta­blie­ren, läuft er bei vie­len Aus­stel­lungs­be­rech­tig­ten „neben­her“. Denn rund 95 Aus­stel­ler haben im Betrach­tungs­zeit­raum weni­ger als 5 SFP aus­ge­stellt.

Diagramm: Verteilung der ausgezahlten SFP-Förderung auf die SFP-Aussteller
Abbil­dung 9–6: Ver­tei­lung der aus­ge­zahl­ten SFP-För­de­rung auf die SFP-Aus­stel­ler, Stand 30.06.2018

Abbil­dung 9–7 zeigt die durch­schnitt­li­chen Bera­tungs­kos­ten, die die SFP-Aus­stel­ler abzgl. der För­de­rung pro SFP in Rech­nung stel­len. Die grü­nen Bal­ken stel­len die durch­schnitt­li­chen Bera­tungs­kos­ten dar, die Feh­ler­bal­ken die teils erheb­li­che Band­brei­te die­ser Kos­ten. Ten­den­zi­ell stei­gen die Kos­ten mit der Anzahl an Wohn­ein­hei­ten in den Wohn­ge­bäu­den, für die ein SFP erstellt wird. Bei einem EFH lie­gen die durch­schnitt­li­chen SFP-Kos­ten bei rund 735 EUR, bei einem ZFH bei rund 760 EUR. Für ein MFH mit 9 Wohn­ein­hei­ten belau­fen sich die durch­schnitt­li­chen SFP-Kos­ten auf rund 1.540 EUR.

Diagramm: Durchschnittliche Beratungskosten für die SFP-Erstellung
Abbil­dung 9–7: Durch­schnitt­li­che Bera­tungs­kos­ten für die SFP-Erstel­lung, Stand 30.06.2018

Wirkungsabschätzung

Die Abschät­zung der Wir­kung des SFP-För­der­pro­gramms in Form ein­ge­spar­ter THG-Emis­sio­nen erfolgt über fol­gen­den Rechen­weg:

THG-Ein­spa­rung = Anzahl an geför­der­ten SFP Umset­zungs­ra­te Zusätz­lich­keits­fak­tor spez. End­ener­gie-Ein­spa­rung pro Maß­nah­me1 THG-Fak­tor

Die Umset­zungs­ra­te lässt sich maß­nah­menscharf aus der Umfra­ge der SFP-Emp­fän­ger ablei­ten (vgl. Abbil­dung 8–41), getrennt nach schon durch­ge­führ­ten bzw. für den Zeit­raum 2018–2020 kon­kret geplan­ten Sanie­rungs­maß­nah­men. Der Zusätz­lich­keits­fak­tor spie­gelt den Anteil an durch­ge­führ­ten Maß­nah­men wider, der ohne den SFP nicht durch­ge­führt wor­den wäre und somit dem SFP zuge­schrie­ben wer­den kann. Hier­zu wer­den eben­falls die Daten aus der SFP-Umfra­ge (vgl. Abbil­dung 8–42) her­an­ge­zo­gen. Die End­ener­gie­ein­spa­rung wird für das Durch­schnitts­ge­bäu­de maß­nah­menscharf hin­ter­legt (durch­schnitt­li­che Wohn­flä­che aller geför­der­ten SFP: 300 m2; flä­chen­ge­wich­te­ter End­ener­gie­be­darf aller Gebäu­de mit geför­der­tem SFP im IST-Zustand: 133 kWh/m1AN*a). Zur Abschät­zung der THG-Ein­spa­rung wird ein THG-Fak­tor von 254 g/kWh ver­wen­det (Durch­schnitt­li­cher THG-Fak­tor des baden-würt­tem­ber­gi­schen Gebäu­de­be­stands inkl. Vor­ket­ten).

In Sum­me füh­ren die im Rah­men des För­der­pro­gramms bis zum 30.06.2018 erstell­ten rund 2.300 Sanie­rungs­fahr­plä­ne zu einer THG-Ein­spa­rung von rund 1.300 t CO2,äq. pro Jahr. Die­se sind zusätz­lich, d.h. ein­deu­tig dem För­der­pro­gramm zuzu­rech­nen. Nimmt man die Sanie­rungs­maß­nah­men hin­zu, deren Durch­füh­rung die befrag­ten SFP-Emp­fän­ger für den Zeit­raum 2018–2020 pla­nen, wür­de sich der Ein­spar­ef­fekt auf rund 2.700 t CO2,äq. erhö­hen.

9.2.1 Förderprogramm aus Sicht der SFP-Empfänger

Bei den fol­gen­den Ergeb­nis­sen han­delt es sich um Ergeb­nis­se der Befra­gung der SFP-Emp­fän­ger für Wohn­ge­bäu­de (vgl. Kapi­tel 8.7.1). 17 % der Befrag­ten haben ange­ge­ben, kei­ne För­de­rung erhal­ten zu haben. Da aller­dings alle Befrag­ten in der För­der­da­ten­bank der L‑Bank ent­hal­ten sind, haben alle Befrag­ten eine För­de­rung erhal­ten. Aller­dings ist dies offen­sicht­lich nicht allen Befrag­ten bewusst bzw. haben sie es zwi­schen­zeit­lich ver­ges­sen, da die För­der­mit­tel vom Aus­stel­ler abge­ru­fen wer­den müs­sen.

58 % der Befrag­ten wur­den vom Aus­stel­ler des SFP auf die För­de­rung hin­ge­wie­sen, 14 % über einen ande­ren Ener­gie­be­ra­ter als den Aus­stel­ler, 11 % haben über das Inter­net von der För­de­rung erfah­ren und 7 % über Arti­kel in den Medi­en. Die 16 % der Befrag­ten, die dazu kei­ne Anga­be gemacht haben, kor­re­spon­die­ren mit den 17 %, die ange­ge­ben haben, dass sie kei­ne För­de­rung erhal­ten haben. Die­je­ni­gen, die „Ande­res“ ange­ge­ben haben (10 %), haben fast aus­schließ­lich Hei­zungs­bau­er genannt, weni­ge Male wur­den auch Ban­ken, Ener­gie­ver­sor­ger oder Ver­wand­te auf­ge­schrie­ben. Der Unter­schied zwi­schen allen Befrag­ten und den Befrag­ten mit Erfül­lungs­op­ti­on ist gering. Bei den Gebäu­de­ei­gen­tü­mern, die außer­halb des EWär­meG einen SFP erstel­len lie­ßen, ist der Anteil derer, die vom Aus­stel­ler auf die För­de­rung hin­ge­wie­sen wur­den, mit 67 % grö­ßer, und der Anteil der Nen­nun­gen von „Inter­net“ und „Ande­re“ mit 5 % gerin­ger (Fra­ge 6).

40 % der Befrag­ten hät­ten den SFP auch ohne För­de­rung beauf­tragt, bei den SFP, die als Erfül­lungs­op­ti­on erstellt wur­den, waren es noch ein Pro­zent mehr (41 %). 18 % (19 % bei Erfül­lungs­op­ti­on) der Befrag­ten hät­ten den SFP ohne För­de­rung nicht beauf­tragt, 25 % (23 % bei Erfül­lungs­op­ti­on) bezeich­nen die För­de­rung als wesent­li­chen Anreiz, den SFP erstel­len zu las­sen (Rest k.A.). Bei den SFP außer­halb des EWär­meG hät­te ein Drit­tel der Befrag­ten den SFP auch ohne För­de­rung beauf­tragt, für 35 % war sie ein wesent­li­cher Anreiz und 17 % hät­ten den SFP ohne För­de­rung nicht beauf­tragt (Fra­ge 7).

Nur eine Min­der­heit von 3 % der Befrag­ten hät­te die För­der­mit­tel lie­ber selbst bean­tragt, knapp zwei Drit­tel (64 %) sind mit der Bean­tra­gung durch den Ener­gie­be­ra­ter zufrie­den (Rest k.A., Fra­ge 9).

9.2.2 Förderprogramm aus Sicht der SFP-Aussteller

Für die Bera­ter spielt die För­de­rung in der Regel kei­ne Rol­le, da sie die För­de­rung direkt an den Kun­den wei­ter­rei­chen müs­sen. Da der über­wie­gen­de Teil der geför­der­ten SFP als Erfül­lungs­op­ti­on EWär­meG erstellt wird, kann dies bei den SFP-Emp­fän­gern mit einem Maß an Mit­nah­me kor­re­spon­die­ren. Trotz­dem hal­ten die Aus­stel­ler die För­de­rung aus Sicht der Kun­den über­wie­gend für wich­tig. Sie wird als Ansporn und Moti­va­ti­on bezeich­net.

Ein Bera­ter weist expli­zit dar­auf hin, dass auch „getrickst“ wür­de, um die För­de­rung zu erhal­ten, indem bei­spiels­wei­se Rech­nungs­da­ten ange­passt wür­den. Es wird aber auch dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Kun­den die För­de­rung gar nicht wahr­näh­men. Und es wird ver­ein­zelt kri­ti­siert, dass der SFP als Erfül­lungs­op­ti­on von der För­de­rung aus­ge­nom­men ist, wenn der Ver­trag zur SFP-Erstel­lung erst nach dem Kes­sel­tausch geschlos­sen wür­de.

Die Höhe der För­de­rung hal­ten 5 Befrag­te für ange­mes­sen, 4 Befrag­te wün­schen sich eine höhe­re För­de­rung, 2 machen dazu kei­ne Anga­be. Ein Bera­ter ver­weist in die­sem Zusam­men­hang auf die unent­gelt­li­che Bera­tungs­tä­tig­keit, die die Ener­gie­be­ra­ter in vie­len Fäl­len leis­ten und die nicht ver­gü­tet wird. Ins­be­son­de­re, wenn z.B. Hand­wer­ker ihrer Hin­weis­pflicht nicht nach­kom­men, müss­ten Ener­gie­be­ra­ter dies nach­ho­len.

Verfahren/Abwicklung

Die Abwick­lung der Abrech­nung wird mehr­heit­lich sehr posi­tiv bewer­tet, ins­be­son­de­re die Kom­pe­tenz und Koope­ra­ti­on der Sach­be­ar­bei­ter der L‑Bank. Aller­dings wird auch dar­auf ver­wie­sen, dass der Pro­zess anfangs schwie­rig gewe­sen sei. Weni­ger SFP-erfah­re­ne Ener­gie­be­ra­ter berich­ten auch aktu­ell davon, dass das Ver­fah­ren sehr auf­wen­dig sei. So müss­ten alle For­mu­la­re mit Unter­schrift des Kun­den und rich­ti­gem Datum ver­se­hen sein, teil­wei­se müs­sen Kun­den mehr­fach ange­schrie­ben wer­den, bis alles bei­sam­men ist. Zwei Bera­ter geben an, dass sie Kol­le­gen ken­nen, die die För­de­rung nicht mehr abru­fen, da das Ver­fah­ren zu auf­wen­dig sei. Außer­dem wird kri­ti­siert, dass das Geld „zu spät kom­me“, ohne zeit­li­chen Zusam­men­hang zur geleis­te­ten Arbeit (bis zu 1 Jahr spä­ter).

För­de­rungs­ver­fah­ren Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge:

  • Kon­tin­gen­te: Abschaf­fung der Kon­tin­gen­te wäre sinn­voll (1x), Kon­tin­gen­te zu gering (man kann 3x3.000€ bean­tra­gen, das ist zu wenig, vor allem wenn man mit der Abrech­nung nicht hin­ter­her kommt (1x genannt))
  • Antrags-/Ab­rech­nungs­for­mu­lar hat zu wenig Zei­len, eige­nes Excel­for­mu­lar wird ver­wen­det
  • 2x wird kri­ti­siert, dass alle For­mu­la­re inkl. der SFP selbst auf dem Post­we­ge ver­sen­det wer­den müs­sen, Papier­ver­schwen­dung, müss­te digi­tal mög­lich sein
  • Abrech­nung der För­de­rung bei Vor­gän­ger­pro­jekt Ener­gie­spar­check war ein­fa­cher, Ver­fah­ren soll­te als Vor­bild genom­men wer­den (Abrech­nung über Ver­bän­de, HWK, nur der „Check“ selbst muss­te ein­ge­sen­det wer­den)

Schlussfolgerungen für das Förderprogramm

Gemes­sen an den Antrags- und Bewil­li­gungs­zah­len wird das För­der­pro­gramm mäßig ange­nom­men. Die Befra­gungs­er­geb­nis­se zei­gen, dass der SFP Sanie­rungs­im­pul­se gene­riert, die über eine Ohne­hin-Ent­wick­lung hin­aus­ge­hen. Aller­dings dient ein Groß­teil der geför­der­ten SFP der Erfül­lung des EWär­meG, wäh­rend die Impul­se außer­halb des EWär­meG (noch) sehr gering sind. Der gro­ße Anteil geför­der­ter SFP als (antei­li­ger) Pflicht­er­fül­ler kann als Mit­nah­me inter­pre­tiert wer­den, ist aber nicht anders zu bewer­ten als die För­de­rung pflicht­er­fül­len­der EE-Anla­gen durch das MAP oder pflicht­er­fül­len­der Sanie­rungs­maß­nah­men durch die KfW. Die Schluss­fol­ge­rung, dass die För­de­rung die Zahl der aus­ge­stell­ten SFP nur unwe­sent­lich erhöht, erscheint plau­si­bel. Es wäre zudem zu prü­fen, ob evtl. mehr ande­re (tech­ni­sche) Erfül­lungs­op­tio­nen umge­setzt wür­den, wenn der SFP (ver­stärkt durch die För­de­rung und in Kom­bi­na­ti­on mit der Bio­gas-/Bio­öl-Bei­mi­schung) nicht die mit Abstand güns­tigs­te Erfül­lungs­op­ti­on wäre. Auf der ande­ren Sei­te wird ins­be­son­de­re von den Ener­gie­be­ra­tern her­vor­ge­ho­ben, wie wich­tig die För­de­rung für die Qua­li­tät der aus­ge­stell­ten SFP ist, da mit För­de­rung mehr Zeit für die Erstel­lung auf­ge­wen­det wer­den kann. Ob jedoch die Befürch­tung, dass höhe­re Kos­ten für den Gebäu­de­ei­gen­tü­mer, um die Qua­li­tät bei Abschaf­fung der För­de­rung auf­recht zu erhal­ten, nicht mehr getra­gen wer­den wür­den, berech­tigt ist, ist schwer vor­her­zu­se­hen.

Nach Abschluss der Eva­lu­ie­rung kün­dig­te die Lan­des­re­gie­rung an, das För­der­pro­gramm bis zum Ende des Jah­res 2018 ein­zu­stel­len, u. a. da durch die För­de­rung des iSFP durch den Bund eine attrak­ti­ve­re För­de­rung auf Bun­des­ebe­ne besteht.

1 Spe­zi­fi­sche End­ener­gie­ein­spa­rung in Form ein­ge­spar­ter kWh pro m2 Wohn­flä­che und Jahr.