Dachdämmung im EWärmeG

Die Däm­mung des Daches ist im Erneu­er­ba­re-Wär­me-Gesetz als ein­zel­ne Maß­nah­me zuge­lassen, da sie auch allein­stehend einen er­heb­lichen Energie­ein­spar­effekt erzielt. Dazu muss das Dach oder bei einem un­beheiz­ten Dach­raum die obers­te Geschoss­decke/Wände min­des­tens 20 % mehr gedämmt sein, als für Be­stands­gebäude in der Anla­ge 3 Tabel­le 1 Nr. 4a+b der Energie­einsparverordnung (EnEV) in der Fas­sung vom 1. Mai 2014 vor­ge­schrieben ist. Eine bereits in der Ver­gangen­heit vor­genom­mene Däm­mung kann natür­lich an­ge­rech­net wer­den.

Ent­schei­dend ist hier der Wärme­durch­gangskoeffizient (U‑Wert). Für Schräg­dächer und die obers­te Geschoss­decke/Wände ist ein U‑Wert von 0,192 W/m²K not­wen­dig – bei Flach­dä­chern min­des­tens 0,16 W/m²K. Wer­den die­se Wer­te bei einem Wohn­ge­bäu­de mit bis zu vier Vollge­schossen nach § 2.6 Lan­des­bau­ord­nung erreicht, ist das EWär­meG voll­ständig erfüllt. Bei 5–8 Voll­ge­schossen wird das Gesetz zu ⅔ erfüllt und bei Gebäu­den ab 9 Voll­ge­schos­sen zu ⅓.

Der U‑Wert bewer­tet die Qua­li­tät der Däm­mung. Je nied­ri­ger, des­to effi­zi­en­ter ist die Däm­mung und umso höher ist der Wär­me­schutz. Die not­wen­di­ge Dämm­stär­ke beträgt je nach Qua­li­tät des Dämm­stof­fes, des Bau­teils und den bestehen­den Wand- und Decken­kon­struk­tionen i. d. R. zwi­schen 16 und 24 cm.

Kombination mit anderen Erfüllungsoptionen

Sind Teil­flä­chen mit den gefor­der­ten U‑Werten gedämmt, kön­nen die­se antei­lig ange­rech­net wer­den. Eine Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Dämm­maß­nah­men – als auch mit Ersatz­maßnahmen und Erneu­er­ba­ren Erzeu­gungs­ein­hei­ten – ist denk­bar. Bau­tei­le, die weni­ger gut gedämmt sind (also die gefor­der­ten U‑Werte nicht errei­chen) wer­den im Wär­me­ge­setz aus BW nicht berück­sichtigt. In jedem Fall ist es sinn­voll einen Sanie­rungs­fahr­plan (ener­ge­ti­sche Vor-Ort-Bera­tung) vor­ab erstel­len zu las­sen, um geeig­ne­te Um­setzungsmaßnahmen zu identi­fi­zieren.

Gän­gi­ge Kom­bi­na­tio­nen: Sanie­rungs­fahr­plan

Däm­men Sie Ihr Dach, dann soll­ten Sie die neu zu tra­gen­den Las­ten vom Sta­ti­ker prü­fen las­sen.

Anteilige Gesetzeserfüllung durch die Dämmung des Daches

Wenn nur ein Teil der Dach­flä­che mit einem aus­rei­chen­dem U‑Wert gedämmt wur­de, ist auch eine antei­li­ge Anrech­nung nach § 11.5 Satz 1 durch die fol­gen­de For­mel mög­lich:

\[V\:G\: [\%] × \frac{gedämmte \: Flä­che \: [m²]}{gesamte \: Fläche\:[m²]}=Anteil \: Däm­mung \: [\%]\]

VG = Fak­tor Voll­ge­schos­se: 1–4 = 15 %, 5–8 = 10 %

Ist der Wert grö­ßer oder gleich 15 %, sind die Vor­schrif­ten voll­stän­dig erfüllt. Ansons­ten ist die antei­li­ge Erfül­lung fol­gen­der­ma­ßen zu berech­nen:

\[ \frac{Anteil \: Erneu­er­ba­re \: Energien\:[\%]}{15 \: \: \% \:}\times100\:\%=Erfüllungsgrad\:[\%]\]
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