Gebäudehülle dämmen im EWärmeG

Anstatt ein­zel­ne Gebäu­de­tei­le (DachAußen­wän­de und Kel­ler­de­cke) ein­zeln zu betrach­ten, ist auch eine gesamt­heitliche Bewer­tung der En­er­gi­ebi­lanz des Ge­bäu­des im EWär­meG mög­lich. Dabei wer­den die ver­schie­dens­ten En­er­gie­ein­spar­maß­nah­men (auch aus der Ver­gang­en­heit) ho­no­riert – bspw. der Ein­bau von hoch­wer­ti­gen Fens­tern oder aber auch Dach- und Wand­dämm­ungen, die die Ef­fizienz­kri­terien (knapp) nicht er­fül­len und so­mit als Ein­zel­op­tion nicht an­er­kannt wer­den. Dazu wer­den die Trans­mis­si­ons­wär­me­ver­lus­te H’T des Gebäu­des, also die Wär­me, die nach außen ent­weicht, er­fasst. Die Gesamt­bilanz (H’T) des Gebäu­des be­stimmt den Er­fül­lungs­grad im Erneu­er­ba­re-Wär­me-Gesetz. Hier­für soll­te in jedem Fall ein Energie­berater hinzuge­zogen wer­den.

Die gefor­der­ten Wer­te sind abhän­gig vom Alter des Gebäu­des. Je neu­er, des­to an­spruchs­voller. Gebäu­de mit gestel­lten Bau­an­trägen vor 1977 er­fül­len das Wärmege­setz voll­stän­dig, wenn sie ener­getisch nicht mehr als 40 % schlech­ter sind als ein Neu­bau nach der Energieein­spar­ver­ord­nung (EnEV 2014 Anla­ge I Tabel­le 2). Gebäu­de mit Bauan­trägen zwi­schen 1977 und 1994 dür­fen als 10 % schlech­ter be­wer­tet wer­den. Neue­re Häu­ser müs­sen einen bes­ser­en Trans­missions­wärme­ver­lust auf­wei­sen, als in der EnEV vor­ge­sehen. Bei Gebäu­den mit Bauan­trägen zwi­schen 1995 und 2002 sind es 20 % und zwi­schen 2002 und 2008 30 %.

Däm­men Sie nicht nur Ihre Außen­wand oder die Kel­ler­de­cke, dann soll­ten Sie die neu zu tra­gen­den Las­ten vom Sta­ti­ker prü­fen las­sen.

Kombination mit anderen Erfüllungsoptionen

Bereits ab einer 70 % schlech­te­ren Ge­bäu­de­hülle im Ver­gleich zu einem Neu­bau, ist eine an­tei­lige An­rech­nung mög­lich. Eine Kom­bi­na­tion mit an­deren Maß­nah­men soll­te in jedem Fall mit einem En­er­gie­be­ra­ter be­sprochen wer­den, bspw. im Rah­men eines Sa­nier­ungs­fahr­plans.

Gän­gi­ge Kom­bi­na­tio­nen: Sanie­rungs­fahr­plan

Anteilige Gesetzeserfüllung durch Dämmung der Gebäudehülle

Wenn durch die Däm­mung nicht der gefor­der­te Trans­mis­si­ons­wär­me­ver­lust H’T erreicht wird, ist auch eine antei­li­ge Anrech­nung nach § 11.5 Satz 2–4 durch die fol­gen­de For­mel mög­lich:

\[15\:\%−(\frac{Istwert−Höchstwert}{Ausgangswert−Höchstwert}\times15\:\%)=Anteil \: Däm­mung \: [\%]\]

Ist­wert: Der berech­ne­te Wert für das Gebäu­de | Aus­gangs­wert: Höchst­wert der vor­her­ge­hen­den Alters­klas­se bzw. bei Bau­an­trä­gen vor 1977 der Maxi­mal­wert (EnEV + 70%)

Ist der Wert grö­ßer oder gleich 15 %, sind die Vor­schrif­ten voll­stän­dig erfüllt. Ansons­ten ist die antei­li­ge Erfül­lung fol­gen­der­ma­ßen zu berech­nen:

\[ \frac{Anteil \: Erneu­er­ba­re \: Energien\:[\%]}{15 \: \: \% \:}\times100\:\%=Erfüllungsgrad\:[\%]\]
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